EASA A1/A3 Drohnenprüfung bestehen — Einsteiger-Guide 2026
Der A1/A3-Kompetenznachweis ist der erste Schritt zum legalen Drohnenfliegen in Europa. Egal ob du gerade deine erste Drohne gekauft hast oder schon seit Jahren fliegst — dieses Zertifikat brauchst du für die meisten Drohnenoperationen in der offenen Kategorie der EU.
Die gute Nachricht: Die Prüfung ist kostenlos (oder sehr günstig), komplett online und mit der richtigen Vorbereitung gut machbar. Dieser Guide erklärt dir alles, was du wissen musst.
Was ist der A1/A3-Kompetenznachweis?
Der A1/A3-Kompetenznachweis — offiziell der Kompetenznachweis für die offene Kategorie — ist gemäß EU-Verordnung 2019/947 für fast jeden Drohnenpiloten in Europa erforderlich.
Du brauchst diesen Nachweis, wenn deine Drohne mehr als 250g wiegt, eine Kamera hat (unabhängig vom Gewicht) oder wenn du in der Nähe von anderen Menschen fliegen willst — also praktisch überall außer an komplett abgelegenen Orten.
Wer braucht den A1/A3?
Wenn du eine Drohne mit Kamera besitzt — egal ob DJI Mini 4 Pro, DJI Air 3 oder DJI Mavic 3 — brauchst du dieses Zertifikat. Auch Sub-250g-Drohnen mit Kamera erfordern in den meisten Ländern eine Registrierung als Betreiber und den A1/A3-Kompetenznachweis.
Die Prüfung im Überblick
| Detail | A1/A3-Prüfung |
|---|---|
| Anzahl der Fragen | 40 Multiple-Choice-Fragen |
| Bestehensgrenze | 75% (30 von 40 richtig) |
| Zeitlimit | Variiert je nach Land (meist großzügig oder unbegrenzt) |
| Format | Online, im eigenen Tempo |
| Kosten | Kostenlos – 25€ (länderabhängig) |
| Gültigkeit | 5 Jahre |
| Wiederholungen | In den meisten Ländern unbegrenzt |
| Gültig in | Allen 31 EASA-Mitgliedstaaten |
Wo kann man die Prüfung ablegen?
Jeder EASA-Mitgliedstaat hat seine eigene Luftfahrtbehörde, die die A1/A3-Prüfung anbietet. In den meisten Ländern ist die Prüfung direkt auf der Website der Behörde verfügbar — komplett online und oft kostenlos.
| Land | Behörde | Kosten |
|---|---|---|
| Deutschland | LBA (über zugelassene Anbieter wie Droniq) | Kostenlos – 25€ |
| Österreich | Austro Control | Kostenlos |
| Schweiz | BAZL | Kostenlos |
| Frankreich | DGAC (über AlphaTango) | Kostenlos |
| Spanien | AESA | Kostenlos |
| Italien | ENAC (über D-Flight) | Kostenlos |
| Niederlande | ILT / KIWA | ~25€ |
Dein A1/A3-Kompetenznachweis ist in allen EASA-Mitgliedstaaten gültig — es spielt also keine Rolle, in welchem Land du die Prüfung ablegst. Manche Piloten wählen bewusst ein Land mit kostenloser, einfach zugänglicher Online-Prüfung.
Welche Themen werden geprüft?
Die A1/A3-Prüfung deckt 9 Wissensgebiete ab. Hier erfährst du, was dich erwartet und worauf du dich konzentrieren solltest:
1. Flugsicherheit
Die Grundlage: Warum Drohnenvorschriften existieren, Risikomanagement-Prinzipien und die Sicherheitsmentalität. Dieser Bereich ist größtenteils gesunder Menschenverstand, aber achte auf die spezifische Terminologie wie „Gefährdung", „Risiko" und „Minderung".
2. Luftraumbeschränkungen
Wo du fliegen darfst und wo nicht. Kenne die Grundlagen des kontrollierten Luftraums (CTR-Zonen um Flughäfen), Flugverbotszonen und wie du temporäre Beschränkungen (NOTAMs) prüfst. Du musst die maximale Flughöhe (120m in der offenen Kategorie) und deren Begründung verstehen.
3. Luftfahrtrecht
Der rechtliche Rahmen: EU-Verordnung 2019/947 und 2019/945, die drei Kategorien (Offen, Speziell, Zulassungspflichtig), Unterkategorien A1/A2/A3 und C-Klassen-Kennzeichnungen (C0–C4). Dies ist eines der fragenreichsten Themen. Wisse, welche Drohnenklasse in welche Unterkategorie gehört.
4. Menschliche Faktoren
Wie die Leistung des Piloten durch Stress, Müdigkeit, Alkohol, Medikamente und visuelle Täuschungen beeinflusst wird. Verstehe das Konzept der „aeronautischen Entscheidungsfindung" — erkennen, wann Bedingungen unsicher sind, und sich entscheiden, nicht zu fliegen.
5. Betriebsverfahren
Flugvorbereitung, Checklisten, VLOS-Anforderungen (Sichtlinie) und Notfallverfahren. Wichtig: Du musst jederzeit direkten Sichtkontakt mit deiner Drohne halten — ohne Hilfsmittel (außer Brille). Kenne die VLOS-Entfernungsberechnung — typischerweise 500m horizontal, abhängig von Drohnengröße und Bedingungen.
6. UAS-Allgemeinwissen
Grundlegende Drohnentechnik: Wie Motoren, Propeller, Akkus, GPS und Sensoren funktionieren. Verstehe LiPo-Akkusicherheit (Lagerspannung, nie unter Minimum entladen, Brandrisiken), was RTH (Return to Home) bewirkt und was passiert, wenn die Drohne das GPS-Signal verliert.
7. Meteorologie-Grundlagen
Wind, Sicht, Wolkenarten und Wetterphänomene, die den Drohnenflug beeinflussen. Du brauchst kein Piloten-Niveau an Meteorologie-Wissen, aber du solltest die Beaufort-Skala kennen, wie Wind kleine Drohnen beeinflusst und warum du nicht bei Regen oder Nebel fliegen solltest.
8. Flugleistung der Drohne
Wie Nutzlast, Wind, Temperatur und Höhe die Leistung und Akkulaufzeit deiner Drohne beeinflussen. Wisse, dass kaltes Wetter die Akkukapazität verringert, große Höhe weniger Luftdichte bedeutet (weniger Auftrieb) und starker Wind die Flugzeit dramatisch verkürzt.
9. Datenschutz und Privatsphäre
Die DSGVO in Bezug auf Drohnenfotografie und -video. Wann brauchst du eine Einwilligung zum Filmen? Was sind die Regeln für das Überfliegen von Privatgrundstücken? Dieser Bereich überrascht viele Kandidaten — überspringe ihn nicht.
5 Tipps zum Bestehen beim ersten Anlauf
1. Unterschätze die Prüfung nicht
Die A1/A3-Prüfung ist nicht schwer, aber auch nicht trivial. Eine Bestehensgrenze von 75% bedeutet, dass du nur 10 Fragen falsch beantworten darfst. Viele Kandidaten fallen beim ersten Versuch durch, weil sie denken, sie könnten es mit allgemeinem Drohnenwissen schaffen. Plane mindestens ein paar Stunden Lernzeit ein.
2. Konzentriere dich auf Vorschriften und Luftraum
Diese beiden Themen machen den größten Anteil der Fragen aus. Kenne die Unterkategorien (A1, A2, A3), das C-Klassen-System (C0 bis C4), maximale Höhen, Abstandsregeln und Registrierungspflichten. Wenn du diese richtig beantwortest, hast du schon die Hälfte geschafft.
3. Übe mit realistischen Fragen
Theorie lesen ist nützlich, aber die beste Vorbereitung ist das Üben mit Fragen, die dem echten Prüfungsformat entsprechen. So gewöhnst du dich an die Formulierung der Fragen (manche können tricky sein) und erkennst schnell, welche Themen du wiederholen musst.
4. Kenne die Zahlen
Die Prüfung liebt konkrete Zahlen: 120m maximale Höhe, 250g-Schwelle für C0, 900g für C1, 4kg für C2, 25kg für C3/C4, 150m Abstand in A3, 5,3 m/s Wind für Beaufort 3. Erstelle dir eine kurze Übersicht und wiederhole sie vor der Prüfung.
5. Lies die Fragen sorgfältig
Viele Prüfungsfragen enthalten Wörter wie „immer", „nie", „muss" oder „darf". Diese machen einen Unterschied. „Du musst immer VLOS einhalten" und „du solltest versuchen, VLOS einzuhalten" haben sehr unterschiedliche Bedeutungen. Die richtige Antwort ist normalerweise die präziseste und sicherheitsbewussteste Option.
Bereit zum Üben?
DronePilot A1/A3 bietet dir über 300 Übungsfragen zu allen 9 Prüfungsthemen mit ausführlichen Erklärungen. Simuliere die echte Prüfung oder lerne nach Kategorien — auf Deutsch und 4 weiteren Sprachen.
Nach der Prüfung
Nach bestandener Prüfung erhältst du deinen A1/A3-Kompetenznachweis — entweder sofort als digitales Dokument oder innerhalb weniger Tage per E-Mail, je nach System deines Landes. Der Nachweis ist 5 Jahre gültig und in allen EASA-Mitgliedstaaten anerkannt.
Mit deinem A1/A3-Kompetenznachweis darfst du legal in den Unterkategorien A1 (über unbeteiligte Personen mit leichten Drohnen) und A3 (fernab von Menschen mit jeder Drohne bis 25kg) fliegen. Für die meisten Freizeitpiloten ist das alles, was du je brauchst.
Wie geht es weiter mit A2?
Wenn du näher an Menschen heranfliegen willst — besonders für gewerbliche Arbeit in Stadtgebieten — brauchst du das A2-Fernpilotenzeugnis als nächsten Schritt. Lies unseren kompletten A2-Prüfungsguide oder schau dir den A1/A3 vs A2 Vergleich an.
Zusammenfassung
Die EASA A1/A3-Prüfung ist der Einstieg ins legale Drohnenfliegen in Europa. Sie ist zugänglich, günstig und mit ein paar Stunden konzentriertem Lernen gut zu schaffen. Konzentriere dich auf Vorschriften und Luftraumregeln, übe mit realistischen Prüfungsfragen und überspringe nicht die „weichen" Themen wie Datenschutz und menschliche Faktoren.
Nach dem Bestehen hast du ein Zertifikat, das 5 Jahre lang in 31 Ländern gültig ist — nicht schlecht für eine kostenlose Online-Prüfung. Viel Erfolg und immer sicher fliegen! ✈️