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Drohnenführerschein A2: So bestehst du die Prüfung beim ersten Mal

Aktualisiert Februar 2026 10 Min. Lesezeit

Du hast deinen A1/A3-Kompetenznachweis bereits in der Tasche und willst den nächsten Schritt machen? Das EU-Fernpilotenzeugnis A2 erlaubt dir, mit deiner Drohne näher an unbeteiligte Personen heranzufliegen — ein Muss für gewerbliche Piloten und alle, die in urbanen Gebieten fliegen wollen.

In diesem Guide erfährst du alles, was du wissen musst: Voraussetzungen, Prüfungsformat, Themengebiete und die besten Tipps, um beim ersten Anlauf zu bestehen.

Was ist der Drohnenführerschein A2?

Der Drohnenführerschein A2 — offiziell das EU-Fernpilotenzeugnis — ist die erweiterte Qualifikation innerhalb der offenen Kategorie nach EASA-Verordnung. Während der A1/A3-Kompetenznachweis grundlegende Drohnenoperationen abdeckt, erlaubt der A2 das Fliegen in der Nähe von Menschen:

Das ist besonders relevant für Immobilienfotografie, Inspektionen in Stadtgebieten, Veranstaltungsdokumentation und jeden gewerblichen Einsatz, bei dem der in A3 geforderte Abstand von 150 Metern zu Wohngebieten nicht einzuhalten ist.

Voraussetzungen

Bevor du die A2-Prüfung ablegen kannst, brauchst du:

  1. Einen gültigen A1/A3-Kompetenznachweis — dieser ist zwingend erforderlich. Du kannst nicht direkt mit A2 beginnen.
  2. Praktisches Selbststudium — du musst erklären, dass du unter A3-Bedingungen (offenes Gelände, fernab von Menschen) geübt hast. Es gibt keine formelle Prüfung dafür, aber du musst eine Selbsterklärung unterschreiben.
  3. Mindestalter 16 Jahre (unter 18 Jahre mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten).

Die A2-Prüfung im Überblick

Die Prüfung ist ein Multiple-Choice-Theorietest, der vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) oder einem zugelassenen Ausbildungsanbieter durchgeführt wird.

Detail A2-Prüfung
Anzahl der Fragen 30 Multiple-Choice-Fragen
Zeitlimit 30 Minuten
Bestehensgrenze 75% (23 von 30 richtig)
Versuche 2 Versuche
Format Online oder vor Ort
Gültigkeit 5 Jahre
Kosten 95€ – 248€ (je nach Anbieter)

Online-Prüfung möglich!

Seit Ende Juni 2025 bietet das LBA über zugelassene Anbieter wie Droniq auch Online-Prüfungen an — ab 95€ inklusive E-Learning. Du sparst die Anreise zu einem Prüfungszentrum und kannst die Prüfung bequem von zu Hause ablegen.

Welche Themen werden geprüft?

Die A2-Prüfung geht über den A1/A3-Stoff hinaus und konzentriert sich auf das zusätzliche Wissen, das für Flüge in der Nähe von Menschen erforderlich ist.

1. Meteorologie

Wetterverständnis ist entscheidend, wenn du in der Nähe von Personen fliegst. Du musst Windeffekte in urbanen Umgebungen kennen — insbesondere die Kanalisierung zwischen Gebäuden, die den Wind erheblich verstärken kann. Weitere Themen sind Sichtbedingungen (Nebel unter 1.000 m vs. Dunst zwischen 1.000 und 5.000 m Sichtweite), Thermik, Temperaturinversionen und der Einfluss von Wetter auf die Flugleistung deiner Drohne.

2. UAS-Flugleistung

Hier geht es darum, wie sich deine Drohne unter verschiedenen Bedingungen verhält: der Zusammenhang zwischen Flughöhe und Luftdichte, Einfluss von Nutzlast und Akkuladestand auf die Leistung, Höchstgeschwindigkeitsangaben und ihre realen Einschränkungen sowie Propellereffizienz bei verschiedenen Geschwindigkeiten.

3. Technische Spezifikationen von C2-Drohnen

Du musst die Besonderheiten von C2-Klasse-Drohnen verstehen: Was der Langsamflugmodus bedeutet und wann er erforderlich ist, Geo-Awareness- und Remote-ID-Anforderungen, maximale Startmasse und die vorgeschriebenen Fail-Safe-Mechanismen.

4. Bodenrisikominderung

Das ist das wichtigste A2-spezifische Thema. Im Zentrum steht die 1:1-Regel: Der horizontale Abstand zu unbeteiligten Personen muss mindestens der Flughöhe entsprechen. Fliegst du also auf 20 Meter Höhe, musst du mindestens 20 Meter horizontalen Abstand halten — wobei die Mindestabstände von 30 Metern (Standard) bzw. 5 Metern (Langsamflug) gelten.

Weitere Themen: Pufferzonen, Risikobewertung in verschiedenen Szenarien, besondere Vorsicht in der Nähe von Kindern und Spielplätzen sowie Notfallverfahren, wenn unbeteiligte Personen in deinen Flugbereich eintreten.

5. Betrieb in der Unterkategorie A2

Praktisches Wissen über A2-Operationen: die 30-Meter- und 5-Meter-Abstandsregeln, wann der Langsamflugmodus erforderlich ist, Definition von Einsatzgebiet und Bodenpufferzone sowie die korrekte Flugplanung in der Nähe besiedelter Gebiete.

So läuft die Prüfung in Deutschland ab

In Deutschland hast du zwei Optionen:

Vor-Ort-Prüfung

Über zugelassene Anbieter wie Droniq an verschiedenen Standorten in Deutschland (Frankfurt, Mönchengladbach, Cottbus, Kamenz und mehr). Kosten: ca. 248€ inklusive E-Learning-Vorbereitung. Du erhältst dein Fernpilotenzeugnis nach bestandener Prüfung per E-Mail vom LBA.

Online-Prüfung

Seit Juni 2025 gibt es auch die Möglichkeit, die Prüfung komplett online abzulegen — inklusive E-Learning für nur 95€. Die Prüfung wird mit Webcam-Überwachung durchgeführt. Zusätzlich erhebt das LBA eine Gebühr von 30€ für die Erstausstellung des Fernpilotenzeugnisses.

Gut zu wissen: Das Fernpilotenzeugnis A2 ist in allen 31 EASA-Mitgliedstaaten gültig — egal wo du die Prüfung ablegst. Du kannst die Prüfung also auch in einem anderen EU-Land ablegen, wenn es dort günstiger oder praktischer ist.

7 Tipps für die A2-Prüfung

1. Beherrsche die 1:1-Regel

Diese Regel kommt in vielen Fragen vor. Übe Szenarien: Wenn du auf 25 Meter Höhe fliegst, wie nah darfst du an Personen heran? (Antwort: mindestens 25 Meter, aber nie weniger als 30 Meter im Standardmodus oder 5 Meter im Langsamflugmodus.)

2. Verstehe den Langsamflugmodus

Wann genau darfst du auf 5 Meter Abstand reduzieren? Nur mit einer C2-Drohne im aktivierten Langsamflugmodus. Ohne Langsamflugmodus gilt immer die 30-Meter-Regel. Das ist eine häufige Prüfungsfrage.

3. Meteorologie nicht unterschätzen

Viele Kandidaten konzentrieren sich auf Vorschriften und vernachlässigen die Wetterfragen. Lerne besonders die urbanen Windeffekte (Kanalisierung zwischen Gebäuden), den Unterschied zwischen Nebel und Dunst und den Einfluss der Höhe auf Luftdichte und Drohnenleistung.

4. Übe unter Zeitdruck

30 Fragen in 30 Minuten bedeutet nur 60 Sekunden pro Frage. Manche Fragen erfordern szenariobasierte Berechnungen, die Zeit kosten. Übe deshalb mit einem Timer, damit dich der Zeitdruck am Prüfungstag nicht überrascht.

5. Sicherheit geht immer vor

Im Zweifel ist die sicherste Antwort in der Regel die richtige: mehr Abstand halten, Geschwindigkeit reduzieren, Flug abbrechen. EASA priorisiert Sicherheit in der Fragengestaltung — wenn du unsicher bist, wähle die vorsichtigere Option.

6. Kenne die Unterschiede zwischen Drohnen mit und ohne C-Klassenkennzeichnung

Für Legacy-Drohnen (ohne C-Kennzeichnung) gelten andere Abstandsregeln als für C2-Drohnen. Drohnen zwischen 500g und 2kg ohne C-Kennzeichnung dürfen nur mit 50 Meter Mindestabstand in A2 betrieben werden — nicht mit 30 Metern.

7. Nutze eine Übungs-App

Theorie lesen ist gut, aber aktives Üben mit Prüfungsfragen ist deutlich effektiver. Du erkennst deine Schwachstellen schneller und gewöhnst dich an das Frageformat und den Zeitdruck.

Bereit zum Üben?

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Nach der Prüfung

Nach bestandener Prüfung stellt das LBA dein EU-Fernpilotenzeugnis A2 als digitales PDF-Dokument aus. Das dauert in der Regel wenige Tage. Das Zeugnis ist 5 Jahre gültig und berechtigt dich, in allen EASA-Mitgliedstaaten in der Unterkategorie A2 zu fliegen.

Vor Ablauf der 5 Jahre musst du die Prüfung erneut ablegen, um dein Zeugnis zu verlängern. Plane ein paar Wochen Vorbereitungszeit ein — Vorschriften und Best Practices können sich in der Zwischenzeit geändert haben.

Zusammenfassung

Die A2-Prüfung ist mit der richtigen Vorbereitung gut machbar. Das Prüfungsformat mit 30 Fragen in 30 Minuten ist übersichtlich, und die Bestehensquote liegt europaweit über 75%. Konzentriere dich auf die 1:1-Regel, Meteorologie und die technischen Spezifikationen von C2-Drohnen, absolviere mehrere Übungsprüfungen unter Zeitdruck — und du bist bestens vorbereitet.

Viel Erfolg bei deiner Prüfung — und immer sicher fliegen! ✈️