A1/A3 vs A2 — Was ist der Unterschied und welchen Drohnenführerschein brauchst du?
Wer in Europa mit einer Drohne fliegen will, stößt schnell auf die Begriffe A1/A3 und A2. Sie klingen ähnlich, dienen aber sehr unterschiedlichen Zwecken — und zu wissen, welchen du brauchst, spart dir Zeit, Geld und rechtliche Probleme.
Dieser Guide erklärt die Unterschiede klar und verständlich, damit du genau weißt, welches Zertifikat du brauchst und wie du es bekommst.
Die kurze Antwort
A1/A3 ist der grundlegende Kompetenznachweis für Drohnenpiloten. Fast jeder Drohnenbetreiber in der EU braucht ihn. Er ist kostenlos oder sehr günstig, komplett online und in wenigen Stunden machbar.
A2 ist das erweiterte Fernpilotenzeugnis. Du brauchst es nur, wenn du näher an Menschen heranfliegen willst — typischerweise für gewerbliche Arbeit oder Einsätze in Stadtgebieten. Es erfordert zuerst A1/A3, kostet mehr und hat eine schwierigere Prüfung.
Vollständiger Vergleich
| A1/A3-Kompetenznachweis | A2-Fernpilotenzeugnis | |
|---|---|---|
| Offizieller Name | Kompetenznachweis | Fernpilotenzeugnis |
| Wer braucht es | Alle Drohnenbetreiber (Drohnen über 250g oder mit Kamera) | Piloten, die nahe an Menschen mit schwereren Drohnen fliegen |
| Voraussetzung | Keine | A1/A3 muss vorliegen |
| Prüfungsfragen | 40 Multiple-Choice | 30 Multiple-Choice |
| Zeitlimit | Kein striktes Limit (variiert) | 30 Minuten |
| Bestehensgrenze | 75% | 75% (23 von 30) |
| Praktische Übung | Nicht erforderlich | Selbsterklärung über Praxisübung |
| Typische Kosten | Kostenlos – 25€ | 50€ – 250€ |
| Abstand zu Personen | 150m (A3) oder überfliegbar, aber keine Menschenansammlungen (A1) | 30m Standard, 5m im Langsamflugmodus |
| Drohnentypen | C0, C1, C3, C4 (oder Legacy) | C2-Klasse (900g – 4kg) |
| Gültigkeit | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Gültig in | Allen EASA-Mitgliedstaaten | Allen EASA-Mitgliedstaaten |
Die Unterkategorien verstehen
Die offene Kategorie der EASA (für risikoarme Operationen) ist in drei Unterkategorien unterteilt. Dein Zertifikat bestimmt, in welchen du fliegen darfst:
Unterkategorie A1 — Über Personen fliegen
Für sehr leichte Drohnen (unter 250g mit C0-Kennzeichnung oder unter 900g mit C1-Kennzeichnung). Du darfst über unbeteiligte Personen fliegen, aber nicht über Menschenansammlungen (Konzerte, Märkte usw.). Erfordert den A1/A3-Kompetenznachweis.
Unterkategorie A2 — Nahe an Personen fliegen
Für mittelschwere Drohnen (C2-Klasse, typischerweise 900g bis 4kg). Du darfst in 30 Metern Abstand von unbeteiligten Personen fliegen, oder in 5 Metern im Langsamflugmodus. Diese Unterkategorie erfordert das A2-Fernpilotenzeugnis.
Unterkategorie A3 — Fernab von Personen fliegen
Für jede Drohne bis 25kg (C3, C4 oder Legacy-Drohnen). Du musst mindestens 150 Meter von Wohn-, Gewerbe- oder Freizeitgebieten entfernt fliegen. Erfordert den A1/A3-Kompetenznachweis. Hier findet die meiste Freizeitfliegerei statt.
Welches Zertifikat brauchst du?
🪶 Leichte Drohne unter 250g (DJI Mini Serie usw.)
Du brauchst technisch kein Zertifikat für A1-Operationen, aber du brauchst A1/A3, wenn deine Drohne eine Kamera hat und du dich als Betreiber registrieren musst. Die meisten Behörden empfehlen es generell.
🏕️ Fliegen im Freien, fernab von Menschen
A1/A3 reicht aus. Wenn du in Parks, auf Feldern, an Stränden oder in ländlichen Gebieten fliegst, wo du 150m Abstand zu besiedelten Zonen einhalten kannst, brauchst du nur den Kompetenznachweis.
🏙️ Fliegen in Stadtgebieten oder nahe an Menschen
Du brauchst A2. Wenn deine Arbeit Immobilienfotografie, Veranstaltungsdokumentation, Inspektionen in bebauten Gebieten oder jedes Szenario umfasst, bei dem unbeteiligte Personen innerhalb von 150 Metern sind, ist das A2-Fernpilotenzeugnis erforderlich.
💼 Gewerblicher Drohnenpilot
Hole dir beides. Starte mit A1/A3, dann so schnell wie möglich A2. Die meisten gewerblichen Auftraggeber erwarten das A2-Fernpilotenzeugnis, und viele Verträge setzen es voraus. Es gibt dir auch operative Flexibilität, die der Kompetenznachweis allein nicht bietet.
Der Weg: A1/A3 → A2
Die Zertifikate bauen aufeinander auf — du kannst A2 nicht überspringen. Hier ist der typische Zeitplan:
- Woche 1: Für die A1/A3-Prüfung lernen und online bestehen. Das geht oft an einem einzigen Tag — die Prüfung ist direkt über zugelassene Anbieter verfügbar und kostet meistens nichts oder nur etwa 25€.
- Woche 2–3: Praktisches Selbststudium unter A3-Bedingungen absolvieren (Fliegen im offenen Gelände, fernab von Menschen). Dies wird mit einer Selbsterklärung dokumentiert.
- Woche 3–4: Für die A2-Prüfung lernen. Das Material baut auf A1/A3 auf, geht aber tiefer in Meteorologie, Bodenrisikominderung und die Besonderheiten des Fliegens mit C2-Drohnen nahe Menschen.
- Woche 4: Die A2-Prüfung über das LBA oder einen zugelassenen Anbieter ablegen — online oder vor Ort.
Insgesamt schaffen die meisten den Weg von Null zum vollen A2-Zeugnis in 2 bis 4 Wochen.
Häufige Irrtümer
„Ich fliege eine DJI Mavic 3, also brauche ich A2"
Nicht unbedingt. Die DJI Mavic 3 wiegt etwa 895g. Wenn sie keine C2-Klassenkennzeichnung hat, kannst du sie unter A1-Regeln (falls sie eine bekommt) oder A3-Regeln (150m von Menschen) mit nur deinem A1/A3-Kompetenznachweis fliegen. Du brauchst A2 nur, wenn du näher an Menschen heranfliegen willst — und selbst dann gelten für Legacy-Drohnen ohne C-Klassenkennzeichnung andere Abstandsregeln (50m Minimum für Drohnen 500g–2kg).
„A2 ist schwieriger, also muss es besser sein"
A2 ist nicht „besser" — es ist anders. Es erlaubt speziell Operationen näher an Menschen. Wenn du nur im offenen Gelände fliegst, gibt dir das A2-Zeugnis keine zusätzlichen Berechtigungen. Hole es dir, wenn du es brauchst, nicht als Statussymbol.
„Mein A1/A3 reicht für alles"
Es reicht für vieles, aber nicht für Stadtoperationen mit schwereren Drohnen. Wenn du regelmäßig innerhalb von 150m von bebauten Gebieten mit einer Drohne über 250g fliegen musst, operierst du wahrscheinlich außerhalb deiner A1/A3-Berechtigungen und solltest A2 machen.
Bereit zur Zertifizierung?
DronePilot hat dedizierte Apps für beide Zertifikate. Übe mit realistischen Prüfungsfragen, Zeitsimulationen und ausführlichen Erklärungen — auf Deutsch und 4 weiteren Sprachen.
Zusammenfassung
Der A1/A3-Kompetenznachweis ist dein Startpunkt — er ist Pflicht, leicht zu bekommen und deckt die meisten Freizeit- und grundlegenden gewerblichen Drohnenoperationen ab. Das A2-Fernpilotenzeugnis ist der nächste Schritt für Piloten, die näher an Menschen heranfliegen müssen, besonders in Stadt- und Gewerbegebieten.
Beide Zertifikate sind 5 Jahre lang in allen EASA-Mitgliedstaaten gültig und können durch erneute Prüfungsablegung vor Ablauf verlängert werden. Starte mit A1/A3 und ergänze A2, wenn deine Operationen es erfordern.
Egal welches Zertifikat du anstrebst — viel Erfolg und immer sicher fliegen! ✈️